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Feuerwehr will Kinder schon früher anwerben

Im Kreis Ludwigsburg soll bis Jahresende die Konzeption für eine Kinderfeuerwehr stehen – Hintergrund ist die alternde Bevölkerung

 

Foto: Rieger

 

VAIHINGEN (clar). Die freiwilligen Feuerwehren im Kreis Ludwigsburg wollen bei der Nachwuchswerbung neue Wege gehen: Kinder sollen schon deutlich früher als bisher für die Floriansjünger interessiert und später auch bis zum Übergang in den aktiven Dienst gehalten werden. Um Ideen und Konzepte für eine sogenannte Kinderfeuerwehr sowie für die Jugendarbeit zu sammeln, haben sich rund 80 Jugendleiter und -sprecher von Wehren aus dem gesamten Landkreis am Samstag in Vaihingen getroffen.

Zwar herrscht noch kein flächendeckender akuter Mangel an Kindern, die sich in die Reihen der Floriansjünger aufnehmen lassen, doch das wird sich vermutlich ändern. Aktuell haben die Jugendfeuerwehren im Kreis insgesamt 777 Mitglieder – die Zahl ist noch stabil, berichtete Michael Neubauer, Leiter der Kreisjugendfeuerwehr, am Samstag. Während 14 der Jugendwehren Nachwuchssorgen hätten, gebe es bei anderen – vor allem in den Ballungszentren – ein Überangebot. Aber die Feuerwehrleute haben den demografischen Wandel vor Augen. „Die Bevölkerungszahlen werden zurückgehen und damit auch die Zahl der Kinder. Der ,Run’ auf die Jugendlichen hat schon begonnen“, sagte Helmut Wiebel, Chef des Kreisfeuerwehrverbandes. Das heißt: Die Konkurrenz zu etwa Sport- oder Musikvereinen um neue junge Mitglieder ist groß und wird noch größer. Und die freie Zeit, die Mädchen und Jungen für ein Hobby bleibt, wird knapper, schätzte Wiebel vor dem Hintergrund von Ganztagsschulen und G8. „Und da, wo es die besten Programme gibt, werden die Eltern ihre Kinder hinschicken.“ Deshalb soll für den Landkreis bis Jahresende ein Gesamtkonzept für eine Kinderfeuerwehr, in die Mädchen und Jungen bereits ab einem Alter von sechs Jahren erarbeiten. Aktuell beginnt die Jugendfeuerwehr bei einem Alter von zwölf, mancherorts ist das Eintrittsalter bereits auf zehn Jahre herabgesetzt worden. Auch in Vaihingen geht man diesen Weg. Langfristig geht es bei den Bemühungen darum, die Einsatzfähigkeit der ehrenamtlich arbeitenden Feuerwehrleute auch in Zukunft zu sichern. „Wir erreichen derzeit überall unsere Tagesverfügbarkeit. Aber wir müssen anfangen, bevor es zu spät ist“, so Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Mehr Mitgliederpotenzial sehen die Helfer auch unter den Frauen, in der Altersgruppe 30 plus und bei Menschen mit ausländischen Wurzeln. Nun müssen zunächst Konzepte her, wie der Nachwuchs bereits im späten Kindergarten- und frühen Schulalter auf die Feuerwehr aufmerksam gemacht werden kann. „In diese erste Orientierungsphase wollen wir rein“, so Wiebel. „Allerdings soll es kein Schnellschuss werden. Ohne gute Konzepte sind die Kinder schnell wieder weg“, ergänzte Dorroch. Deshalb sollten in fünf Workshops am Samstag zunächst mit den Jugendverantwortlichen Fragen diskutiert werden wie: Welche Erwartungen haben Eltern und Kinder an die Wehr? Welche Qualifikation brauchen Betreuer – ist pädagogische Verstärkung nötig? Welchen roten Faden braucht die Kinder- und Jugendarbeit der Floriansjünger? Denn für einen Sechsjährigen ist die Spanne bis zum Eintritt in die aktive Wehr – ab 17 Jahren beginnt die Ausbildung – groß. Vom 5. bis 7. April werden die Themen auch mit den Kommandanten der Feuerwehren besprochen. Danach geht es an die Gesamtkonzeption. Die können jene Wehren, die eine Kinderfeuerwehr einrichten wollen, später für sich nutzen. In dem Zusammenhang setzt Andy Dorroch auch darauf, dass die Kommunen die Bemühungen personell und finanziell unterstützen.

 

Quelle: Vaihinger Kreiszeitung 11.Februar 2013

 

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